„... und dann eines Tages heißt es,
wir werden weiter irgendwo reisen.“
„Im Januar mußten wir raus aus unserer Wohnung. Aber nicht
nur wir, da waren tausend andere Familien, die raus müssen.
Und das war eine Fabrik, und da waren wir ungefähr vier Wochen.
Aber gar keine Matratzen, gar nichts, nur auf dem Fußboden
geschlafen. Tausende Menschen. Polen, die aus ihren Wohnungen vertrieben
waren. Und dann eines Tages heißt es, wir werden weiter irgendwo
reisen. Ein bestimmter Ort wurde uns nicht gesagt, aber irgendwie
wir sollten in ein Dorf fahren. Und dann sollen die Leute uns aufnehmen
und betreuen.
Natürlich sind wir in diesen Güterzügen gefahren,
gar keine Personenzüge, alles in Güterzügen. Wieder
tausend Menschen in einem Waggon. Alles Toilette, wie das schon
üblich war. Und ungefähr nach drei Tagen, in der Nacht,
da kommen die Deutschen, ja, hier ist unsere Endstation. Morgens
kommen die Leute vom Dorf, die werden uns übernehmen. Und tatsächlich
war das so. Und wir haben hinten im Dorf ein kleines Häuschen
bekommen. Kam aber drinnen – kein Essen und gar nichts, kein
Holz, kalt.“
Frau X.,
1925 als Tochter eines polnischen Offiziers geboren, in einem Interview vom März 1993 über ihre Vertreibung aus Lodz im Jahr 1940
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