Skrupellose Experten und verbrecherische Politik
Im Juni 1942 übersandte der Berliner Agrarwissenschaftler Prof.
Dr. Konrad Meyer dem Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, eine
Denkschrift zur „Germanisierung“ der Ostgebiete. Das als „Generalplan
Ost“ bekannt gewordene Dokument ist bezeichnend für den verbrecherischen
Charakter der nationalsozialistischen Politik und die Skrupellosigkeit
der beteiligten Experten. Der Plan sah vor, innerhalb von 25 Jahren fast
fünf Millionen Deutsche im annektierten Polen und im Westteil der
zu erobernden Sowjetunion anzusiedeln. Millionen slawischer und jüdischer
Bewohner dieser Region sollten versklavt, vertrieben und ermordet werden.
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Die Dimensionen des Generalplans Ost verdeutlicht diese 1993 von Karl
Heinz Roth und Claus Carstens auf Basis der Dokumente angefertigte
Karte. |
Welche Rolle spielte dabei die Deutsche Forschungsgemeinschaft? Die Pläne
des NS-Regimes zur völkischen Neuordnung Europas basierten auf der
Zuarbeit einer Vielzahl wissenschaftlicher Experten. Die DFG hat diese
Forschung finanziert. Schon seit den zwanziger Jahren wurden mit ihrer
finanziellen Unterstützung die Grundlagen für die spätere
Expansions- und Rassenpolitik gelegt. Diese Ausstellung skizziert die
Vorgeschichte des Generalplans Ost und beleuchtet die Rolle der Wissenschaft.
Sie zeigt die Planungen für eine ethnische Neuordnung Osteuropas
während des Zweiten Weltkriegs und wirft einen Blick auf die Realitäten
von Umsiedlung, Vertreibung und Völkermord zwischen 1939 und 1945.
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