Die Schoah:
Umsiedlung in den Tod
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Titelblatt eines Fotoalbums, dass zwei SS-Männer im Vernichtungslager
Auschwitz anlegten: Das Album dokumentiert die Ankunft und Selektion
ungarischer Juden am 26. Mai 1944. |
Die Pläne zur „völkischen Flurbereinigung“
Osteuropas und die konkreten Probleme der Ansiedlung von „Volksdeutschen“
trugen zur Radikalisierung der Judenpolitik zwischen 1940 und 1942
bei. Die Schoah, die Ermordung von sechs Millionen europäischer
Juden, war auf vielfache Weise mit diesen Projekten verbunden: So
war die Schoah nicht zuletzt ein millionenfacher Raubmord. Die Täter
eigneten sich Häuser, Mobiliar, ja selbst die Kleidung der
Opfer an. Ein Teil dieser Beute diente ihnen zur Versorgung der
deutschen Umsiedler. In ihrer internen Kommunikation verwendeten
die Täter für den Völkermord Tarnbegriffe wie „Umsiedlung“
und „Wanderung“. Darin kam nicht nur Zynismus zum Ausdruck,
vielmehr war im Denken der Täter die Besiedlung Osteuropas
durch deutsche Eroberer tatsächlich untrennbar mit der Ermordung
der Juden verbunden.
Die Verflechtung von Siedlungsvisionen und Massenmord wird auch
in einem Fotoalbum deutlich, das zwei SS-Männer im Vernichtungslager
Auschwitz anlegten. Es dokumentiert die Ankunft und Selektion ungarischer
Juden am 26. Mai 1944, die Vorbereitung ihrer Ermordung und die
Plünderung ihrer Habseligkeiten – all dies unter dem
Titel „Umsiedlung der Juden aus Ungarn“.
"Nur wenn man davon ausgeht, daß die etwa 5 bis 6 Mill. Juden, die in diesem Raume wohnen, schon vor der Evakuierung beseitigt sind, kommt man zu der in dem Plan erwähnten Ziffer von 45 Mill. Fremdvölkischen."
Dr. Erhard Wetzel, 1942
Rassenpolitisches Amt der NSDAP
in einer Stellungnahme zum Generalplan Ost des RSHA
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